Phytovetica - Das Lexikon der Kräuter

Das BERGSIEGEL® Phytovetica hilft Dir dabei, die passenden Kräuter für Dein Pferd auszuwählen. Hier findest Du alle wichtigen Informationen zu den verschiedenen Kräutern.


Arnika

Abbildung Arnika

Deutscher Name: Arnika

Botanischer Name: Arnica montana L.

Pflanzenfamilie:  Korbblütler (Asteraceae)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich in Europa beheimatet, vor allem in den Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas (Alpen, Pyrenäen, Karpaten, Mittelgebirge).

Da die natürlichen Bestände heute stark zurückgegangen sind, wird Arnika für die Nutzung in der Phytomedizin kultiviert. 

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    Arnika ist vor allem für ihre entzündungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung bekannt, insbesondere bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen.


    Arnika wird ausschließlich äußerlich angewendet, z. B. in Form von Salben, Cremes, Gelen oder Tinkturen. Sie eignet sich zur Behandlung von Prellungen, Blutergüssen, Muskelverspannungen oder Insektenstichen.


    Die Blüten sind der meistverwendete Pflanzenteil, da sie die höchsten Gehalte an Helenalin und anderen bioaktiven Sesquiterpenlactonen enthalten. Diese Stoffe sind verantwortlich für die entzündungshemmende, antimikrobielle und schmerzlindernde Wirkung. Flavonoide und ätherische Öle unterstützen die Durchblutung und verstärken die antientzündlichen Effekte.


    Arnika wurde seit dem Mittelalter vor allem in der Volksmedizin Europas geschätzt. Traditionell setzte man sie äußerlich gegen Prellungen, Verstauchungen, Rheuma und als Wundheilmittel ein. In manchen Regionen wurde Arnika auch für medizinische Bäder oder Tinkturen genutzt. Aufgrund der hohen Wirkstoffkonzentration und der möglichen Toxizität wurde sie nie als Nahrungs- oder Futterpflanze genutzt, sondern ausschließlich als Heilpflanze. Auch heute gilt: Arnika darf nicht verfüttert oder auf offene Wunden aufgebracht werden.

Artischocke

Abbildung Artischocke

Deutscher Name:  Artischocke

Botanischer Name: Cynara cardunculus var. scolymus

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum; seit der Antike wird sie in Süd- und Westeuropa kultiviert.



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    Die Artischocke ist vor allem für ihre leberunterstützende und verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Ihre ausgeprägten Bitterstoffe regen die Bildung und den Abfluss von Gallensaft an und verbessern so die Fettverdauung.

     

    Die Artischocke wird vor allem innerlich zur Unterstützung von Leber, Galle und Verdauung eingesetzt. Sie gilt als stoffwechselanregend, fördert den Gallenfluss und kann so bei leberbedingter Mattigkeit, empfindlicher Verdauung oder als kurweise Ergänzung im Fellwechsel sinnvoll sein. 


    Äußerlich spielt die Verwendung eine kleinere Rolle, findet jedoch vereinzelt in pflegenden Kräuterextrakten Anwendung – insbesondere in Mischungen, die die Haut beruhigen oder den Stoffwechsel der Haut unterstützen sollen. 


    In der Phytotherapie sowie in Ergänzungsfuttermitteln werden vor allem die Blätter verwendet: Sie enthalten die höchsten Konzentrationen an Bitterstoffen wie Cynarin, Flavonoiden, Caffeoylchinasäuren und weiteren phenolischen Verbindungen, die antioxidativ wirken und die Leberzellen schützen. Blütenköpfe dienen hingegen überwiegend als Lebensmittel für den Menschen und haben therapeutisch kaum Bedeutung; auch Wurzeln und Samen spielen pharmakologisch nur eine untergeordnete Rolle.


    Als Heil- und Kulturpflanze hat die Artischocke eine lange Tradition: Bereits in der Antike geschätzt, galt sie auch im Mittelalter als Mittel, das den Magen stärkt und schwere Speisen bekömmlicher macht. Heute ist sie ein etablierter Bestandteil der modernen Phytotherapie, insbesondere zur Unterstützung der Leberfunktion und zur Regulation des Fettstoffwechsels.

Birkenblätter

Abbildung Birkenblätter

Deutscher Name: Birkenblätter

Botanischer Name: Betula pendula

Pflanzenfamilie: Birkengewächse (Betulaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Heimisch in Europa und weiten Teilen Asiens; typisch für lichte Wälder, Waldränder und sandige, nährstoffarme Böden. In der Phytotherapie werden vor allem die Blätter von Hängebirke (Betula pendula) und Moorbirke (Betula pubescens) genutzt. Das Blattmaterial stammt je nach Region sowohl aus Wildsammlung als auch aus forstlich genutzten Beständen.

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    Birkenblätter sind vor allem für ihre harntreibende und stoffwechselanregende Wirkung bekannt und werden sowohl in der Pflege als auch in der Fütterung eingesetzt.


    Die jungen Blätter, die die wirksamsten Inhaltsstoffe enthalten, unterstützen die natürliche Ausleitung, fördern die Nieren- und Harnwegsfunktion und begleiten sanft entgiftende Prozesse. Sie sind reich an Flavonoiden, Saponinen, Gerbstoffen und geringen Mengen ätherischer Öle, die gemeinsam die Nierendurchblutung anregen, die Ausscheidung fördern und leicht entzündungshemmend wirken. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Flavonoiden und Saponinen gelten die Blätter als zentraler Pflanzenteil für phytotherapeutische Anwendungen.


    Rinde, Knospen und Blätter finden vor allem äußerlich Verwendung, etwa zur Hautberuhigung und zur Pflege von Fell, Schweif oder Haarkleid. Besonders die Rinde enthält den sekundären Pflanzenstoff Betulin, dem entzündungshemmende, antioxidative und teilweise antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden.


    Historisch gilt die Birke seit Jahrhunderten als „Reinigungsbaum“ in der nord- und osteuropäischen Tradition. Ihre Blätter wurden schon früh zur Unterstützung von Nierenfunktion und Stoffwechsel genutzt – eine Bedeutung, die bis heute beibehalten wird.

Brennnessel

Abbildung Brennnessel

Deutscher Name: Brennnessel

Botanischer Name: Urtica dioica

Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Die Brennnessel ist ursprünglich in Europa, weiten Teilen des gemäßigten Asiens bis nach Sibirien und Westchina sowie in Nordwest-Afrika beheimatet. Für die Phytotherapie wird sie kontrolliert angebaut, um gleichbleibende Qualität und nachhaltige Ernte zu sichern. 

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    Die Brennnessel (Urtica dioica) ist vor allem für ihre entgiftende, stoffwechselanregende und mineralstoffreiche Wirkung bekannt. Sie wird sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt.


    In der medizinischen Anwendung und in der Tierernährung nutzt man die besonderen stoffwechselaktivierenden Effekte dieser Heilpflanze. Im Vordergrund stehen dabei ihre vielseitigen entzündungshemmenden Eigenschaften, die Unterstützung körpereigener Regenerationsprozesse sowie die Anregung der Nierenfunktion, wodurch die Ausscheidung bestimmter Stoffe gefördert wird.


    Für Haut- und Fellpflege werden Aufgüsse oder Extrakte verwendet. Sie beruhigen gereizte Haut, fördern die Durchblutung und unterstützen das Fellwachstum.


    Verwendet werden vor allem die Blätter für Fütterung und innerliche Anwendungen, da sie den Großteil der Mineralstoffe, Proteine und bioaktiven Pflanzenstoffe enthalten. Die Wurzeln kommen überwiegend in der Phytotherapie zur Unterstützung der Harnwege und Prostata zum Einsatz. Samen finden nur in Spezialanwendungen, etwa zur Ölgewinnung, Verwendung.


    Brennnesseln enthalten eine Vielzahl wirksamer Inhaltsstoffe, darunter Flavonoide (antioxidativ, entzündungshemmend), Gerbstoffe (adstringierend, entzündungshemmend), Bitterstoffe (stoffwechselanregend), Mineralstoffe und Spurenelemente (v. a. Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium, Kieselsäure), die die remineralisierende und harntreibende Wirkung unterstützen. Dazu kommen Vitamine – besonders Vitamin C, Provitamin A (Carotinoide) und Vitamin K – sowie Chlorophyll, das traditionell als „blut- und gewebestärkend“ betrachtet wird. In Wurzel und Samen finden sich weitere aktive Stoffgruppen wie Lignane, Phytosterole und Polysaccharide; sie werden vor allem bei Anwendungen im Bereich Stoffwechsel, Harnwege und unterstützend für hormonelle Balance genutzt. Insgesamt erklärt diese breite Wirkstoffpalette, warum die Brennnessel sowohl als vitalstoffreiches „Aufbaukraut“ als auch als ausleitendes, entzündungsmodulierendes Heilmittel geschätzt wird. 


    Am häufigsten verwendet wird bei der Brennnessel das Kraut, also die jungen Blätter und zarten Triebspitzen (Urticae herba / Urticae folium). Diese Pflanzenteile enthalten die höchste Dichte an Flavonoiden, Mineralstoffen, Vitaminen und Chlorophyll und werden deshalb sowohl in der Fütterung als auch in der Phytomedizin am vielseitigsten eingesetzt – vor allem für ausleitende, vitalstoffreiche und stoffwechselanregende Anwendungen. Die Blätter sind klassisch das „Entschlackungs- und Aufbaukraut“: sie unterstützen Niere und Harnwege, fördern den Flüssigkeitsumsatz und liefern gleichzeitig viele Mikronährstoffe. Wurzel (Urticae radix) und Samen (Urticae semen) werden ebenfalls genutzt, aber gezielter: die Wurzel vor allem in Konzepten rund um Harnwege und hormonelle Regulation (traditionell „prostata- und stoffwechselbezogen“), die Samen als kräftigende, aufbauende Komponente mit Fokus auf Regeneration und Vitalität. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der praktischen Anwendung aber klar auf dem Blattkraut, weil es die breiteste und stärkste Alltagswirkung abdeckt.


    Die Brennnessel begleitet den Menschen seit Jahrtausenden als Heil-, Futter- und Nutzpflanze. Schon in der Antike wurde sie als wärmendes, durchblutungsförderndes Kraut erwähnt und äußerlich bei steifen Gliedern oder Schmerzen genutzt – etwa in Form von „Nesselungen“, bei denen frische Pflanzen kurz auf die Haut gestrichen wurden. Im Mittelalter war sie ein fester Bestandteil der Klosterheilkunde und Volksmedizin; dort galt sie als typisches Frühlings- und Reinigungskraut, um „das Blut zu klären“, den Stoffwechsel anzuregen und nach dem Winter wieder Kraft aufzubauen. Parallel war sie stets wichtige Futterpflanze für Nutztiere und wurde in vielen Regionen als stärkende Beigabe zum Heu gegeben. Auch als Kulturpflanze hatte sie Bedeutung: aus den Fasern wurden Textilien und Seile hergestellt, und als Färbe- und Nahrungspflanze war sie fest im Alltag verankert. Bis heute steht die Brennnessel traditionell für Reinigung, Erneuerung und robuste Lebenskraft – ein unscheinbares Wildkraut, das auf nährstoffreichen Böden wächst und genau diese „Nähr- und Regenerationskraft“ an Mensch und Tier weiterzugeben scheint.

Löwenzahn

Abbildung Löwenzahn

Deutscher Name: Löwenzahn

Botanischer Name: Taraxacum officinale

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Herkunft/ Ursprung:

Heimisch in Europa und Westasien, heute weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet. Wächst bevorzugt auf Wiesen, Weiden, an Wegen und in Gärten – robust, anspruchslos und sehr anpassungsfähig. 

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    Löwenzahn ist primär bekannt als stark bitteres Leber- und Stoffwechselkraut. Er regt die Verdauung an, unterstützt Leber und Galle und fördert die Ausscheidung über Niere und Haut.Löwenzahn ist ein vielseitiges Kraut, das in der Fütterung seinen festen Platz hat. 


    Innerlich eingesetzt wird er besonders geschätzt, weil er den Stoffwechsel anregt und über Leber, Galle und Nieren ausgleichend wirkt. Er kommt daher häufig in zielgerichteten Kräutermischungen vor: Die Löwenzahnwurzel wird klassisch zur Leber- und Gallenunterstützung genutzt, weil ihre Bitterstoffe den Gallefluss fördern und die Verdauung kräftig anschieben – genau deshalb ist sie auch in Leber-Produkten für Pferde die passende Wahl. Das Löwenzahnkraut wirkt etwas milder, liefert viel Kalium und unterstützt vor allem die Nierentätigkeit und Ausscheidung. Dadurch eignet es sich ideal für Nieren- und Entlastungsmischungen, etwa bei Pferden in Phasen erhöhter Stoffwechselbelastung, während des Fellwechsels oder begleitend zu Futterumstellungen. 


    Äußerlich in der Pflege wird Löwenzahn ergänzend verwendet, zum Beispiel in Auszügen oder Salben zur Unterstützung von Haut und Fell. Traditionell greift man darauf zurück, wenn die Haut zu Juckreiz, Schuppen oder Unreinheiten neigt; auch im Rahmen von Stoffwechselkuren wird er genutzt, um Hautprozesse von außen sanft zu begleiten. 


    Verwendet werden beim Löwenzahn vor allem Kraut und Wurzel, je nach gewünschtem Schwerpunkt. Das Kraut ist der typische Fütterungsanteil für alltagstaugliche Stoffwechsel- und Nierenunterstützung; es kann frisch oder getrocknet in Rationen und Mischungen eingesetzt werden. Die Wurzel wird ebenfalls verfüttert, jedoch meist gezielt in Kuren, wenn eine stärkere Aktivierung von Leber, Galle und Verdauung gewünscht ist. Blüten spielen eine kleinere Rolle: Sie sind milder, werden gelegentlich frisch mitverfüttert oder traditionell für sanfte Schleimhaut- und Hautthemen eingesetzt. Der Milchsaft findet heute kaum noch Anwendung, wurde früher aber äußerlich etwa bei Warzen genutzt. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der Nutzung klar auf der inneren Anwendung über die Fütterung. 


    Die Wirksamkeit des Löwenzahns beruht auf einem breiten Spektrum an Inhaltsstoffen: Zentral sind die Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), die Verdauung, Leber und Galle stimulieren. Dazu kommen Flavonoide und Phenolcarbonsäuren, die stoffwechselaktiv und antioxidativ wirken, sowie Triterpene und Sterole. Die Wurzel enthält zusätzlich Inulin, einen präbiotischen Ballaststoff, der die Darmflora unterstützt. Auffällig ist auch der hohe Gehalt an Mineralstoffen, insbesondere Kalium, der die nieren- und ausscheidungsfördernde Wirkung des Krauts erklärt; außerdem liefern die Blätter Vitamin A, C und K.


    In der europäischen Volksheilkunde wurde der Löwenzahn genutzt, um nach dem Winter Verdauung, Leber und „Säftefluss“ wieder anzuregen. Sein Name verweist auf die gezackten Blätter („Löwenzahn“), während Taraxacum aus dem Arabisch-Persischen stammt und sinngemäß „Heilkraut gegen Beschwerden“ bedeutet.


    Früher war Löwenzahn außerdem ein Arme-Leute-Nahrungsmittel: Blätter als Salat/Gemüse, Blüten für Sirup/Honig-Ersatz und Wurzeln als Kaffee-Ersatz. In der Tierhaltung zählt er bis heute zu den wichtigsten Wiesenkräutern für Vitalität und Stoffwechsel. 

Malve

Abbildung Malve

Deutscher Name: Malve

Botanischer Name: Malva sylvestris

Pflanzenfamilie: Malvengewächse (Malvaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich in Europa, Nordafrika und Westasien beheimatet, heute in weiten Teilen der Welt verbreitet. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Wiesen, an Wegrändern und auf Weiden und gilt als robuste, leicht kultivierbare Heilpflanze.


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    Die Malve ist vor allem als Schleimstoffpflanze bekannt. Ihre Hauptwirkung liegt in der reizlindernden, schützenden und befeuchtenden Wirkung auf Haut bzw. Schleimhäute. Sie legt sich wie ein sanfter Film über gereiztes Gewebe, beruhigt und unterstützt die natürliche Regeneration.


    In der Pflege wird Malve beim Pferd vor allem dann eingesetzt, wenn Haut oder äußere Schleimhäute beruhigt und geschützt werden sollen. Auszüge oder Umschläge aus Malvenblättern sind ein bewährter Bestandteil der Haut- und Fellpflege, etwa bei trockener, empfindlicher oder gereizter Haut. Dank ihres hohen Schleimstoffgehalts wirken sie angenehm kühlend und reizlindernd. Deshalb nutzt man Malve unterstützend bei oberflächlichen Irritationen, nach starker Beanspruchung durch Witterung oder Scheuern sowie bei Insektenstress (Stiche und Bisse), um die Haut zu entspannen und ihre Regeneration zu begleiten.


    In der Fütterung dient Malve dem Pferd als sanfte Schleimhautpflege von innen. Besonders geschätzt wird sie zur Beruhigung von Hustenreiz und zur Befeuchtung der Atemwege – etwa in staubiger Stallluft, in der Übergangszeit oder bei sensiblen Bronchien. Ebenso kann sie den Magen-Darm-Trakt unterstützen, wenn der Magen empfindlich ist oder die Verdauung gereizt reagiert. Die Schleimstoffe legen sich dabei wie ein schützender Film über die Schleimhäute und fördern so Wohlbefinden und Ausgleich.


    Verwendet werden bei der Malve überwiegend die Blätter, da sie den höchsten Schleimstoffanteil liefern und damit die Hauptwirkung tragen. Sie kommen sowohl in Kräutermischungen zur Fütterung (getrocknet oder frisch) als auch in Pflegeauszügen zum Einsatz. Blüten können ergänzend verwendet werden, spielen in der Pferdepraxis jedoch eine deutlich kleinere Rolle. Insgesamt ist das Blatt der zentrale und wirksamste Rohstoff der Malve für Pferde. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören vor allem Schleimstoffe (Polysaccharide), die den charakteristischen Schutzfilm auf Schleimhäuten und Haut erzeugen. Ergänzt werden sie durch Flavonoide und Anthocyane, die antioxidativ wirken, sowie Gerbstoffe in moderater Menge, die zusätzlich beruhigend und leicht adstringierend sein können. Ätherische Öle und Bitterstoffe sind nur in geringen Anteilen vorhanden – Malve wirkt nicht „anregend“ wie Bitterkräuter, sondern eher mildernd und ausgleichend.


    Historisch zählt die Malve zu den ältesten bekannten Heilpflanzen Europas. Schon in der Antike wurde sie als „Sanftmacherin“ für Schleimhäute geschätzt und als Hausmittel bei Husten, Heiserkeit und Magenbeschwerden genutzt. Im Mittelalter galt sie als typische Kloster- und Bauerngartenpflanze, weil sie leicht verfügbar war und als universelles Beruhigungs- und Schutzkraut diente. Diese traditionelle Bedeutung hat sich bis heute erhalten: Die Malve steht sinnbildlich für milde Heilwirkung, Schleimhautschutz und sanfte Regeneration – eine Eigenschaft, die sie auch in modernen Kräuterrezepturen gerade für Pferde so wertvoll macht.

Mariendistel

Abbildung Mariendistel

Deutscher Name: Mariendistel

Botanischer Name: Silybum marianum (L.) Gaertn

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)

Herkunft/ Ursprung:

Die Mariendistel ist im Mittelmeerraum und in Vorderasien beheimatet und wurde seit der Antike in ganz Europa kultiviert. Heute wächst sie verwildert auf trockenen, sonnigen Standorten und wird gezielt als Heil- und Futterpflanze angebaut. Ihre markant weiß marmorierten Blätter und die purpurfarbenen Blüten machen sie leicht erkennbar.

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    Die Mariendistel ist primär als Leberkraut bekannt. Ihre Hauptwirkung beruht auf einem ausgeprägten hepatoprotektiven, regenerationsfördernden und antioxidativen Effekt: Sie schützt Leberzellen vor schädigenden Einflüssen und unterstützt ihre Erholung, besonders bei Belastung durch Stoffwechsel, Futterumstellungen oder Toxinen.


    In der Fütterung hat die Mariendistel beim Pferd einen festen Platz in leberunterstützenden Kräutermischungen. Sie wird kurweise oder begleitend eingesetzt, wenn die Leber vermehrt arbeiten muss – etwa im Fellwechsel, nach Medikamentengaben oder Wurmkuren oder bei Anzeichen von Leberstress wie Leistungstief oder mattes Fell. In solchen Phasen hilft Mariendistel, den Leberstoffwechsel zu stabilisieren und die natürliche Entgiftungsleistung zu fördern. Auch in der Rekonvaleszenz nach Krankheit oder bei Pferden mit empfindlicher Verdauung ist sie eine sinnvolle, gut verträgliche Begleiterin. Studien beschreiben für Mariendistel beim Pferd v. a. antioxidative, entzündungshemmende und leberschützende Effekte. 


    Grundsätzlich lassen sich verschiedene Pflanzenteile nutzen, in der praktischen Anwendung stehen jedoch eindeutig die Samen (Früchte) im Vordergrund.

    Das Kraut bzw. die Blätter werden nur selten genutzt, da sie deutlich weniger der entscheidenden Wirkstoffe enthalten. Die Samen hingegen sind der klassische Rohstoff für Fütterung und Extrakte, weil in ihnen das Silymarin in hoher Konzentration vorliegt. 


    Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören vor allem die Flavonolignane des Silymarin-Komplexes (u. a. Silybin/Silibinin, Isosilybin, Silychristin, Silydianin), außerdem weitere Flavonoide, Triterpene, Sterole und fettreiche Samenbestandteile. Diese Kombination wirkt antioxidativ, stabilisiert Zellmembranen, bremst entzündliche Prozesse und fördert die Regeneration von Lebergewebe. Bitterstoffe und ätherische Öle spielen im Vergleich zu klassischen Bitterkräutern eine untergeordnete Rolle; die Mariendistel arbeitet eher über Zellschutz und Stoffwechselregulation als über reine Verdauungsstimulation.


    Ergänzend wird Mariendistel – deutlich seltener als innerlich – auch äußerlich eingesetzt, meist in Form von Öl oder kosmetischen/pflegenden Zubereitungen mit Mariendistel-Extrakt. Für Silymarin sind aus der Dermatologie antioxidative und entzündungshemmende Effekte beschrieben, weshalb solche Produkte vor allem zur Unterstützung der Hautregeneration, bei gereizter oder strapazierter Haut sowie nach starker UV-Belastung genutzt werden.


    Geschichtlich hat die Mariendistel eine lange Tradition als „Schutzpflanze der Leber“. Bereits in der Antike und später in der Klostermedizin wurde sie bei Leber- und Gallenbeschwerden eingesetzt. Der Name verweist auf eine Legende, nach der die weißen Blattadern von der Milch der Maria stammen sollen – ein Bild für Reinigung und Schutz. Bis heute gilt die Mariendistel als eines der wichtigsten Heilkräuter für den Leberstoffwechsel und hat ihren Platz sowohl in der Human- als auch in der Tierheilkunde bewahrt.

Melisse

Abbildung Melisse

Deutscher Name: Melisse

Botanischer Name: Melissa officinalis L.

Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich stammt die Melisse aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien, verbreitete sich aber schon früh über ganz Europa und wird heute weltweit kultiviert. 



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    Melisse ist vor allem dafür bekannt, Nervosität, innere Unruhe und stressbedingte Verdauungsreaktionen zu mildern. Sie wirkt sanft entspannend, löst krampfartige Spannungen im Magen-Darm-Trakt und unterstützt so den Organismus dabei, gelassener auf Belastungssituationen zu reagieren. 


    In der Pferdefütterung wird Melisse vor allem als Futterzusatz zur Unterstützung von Nervensystem und Verdauung eingesetzt. Besonders sensible oder leicht „überdrehte“ Pferde profitieren häufig von Kräutermischungen mit Melisse: In Phasen von Transport, Turnier, Stallwechsel, Herdenstress oder Antrainieren kann sie helfen, Anspannung zu reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, ohne das natürliche Verhalten des Pferdes zu beeinträchtigen. Gleichzeitig gilt Melisse als magenfreundlich und wird daher gerne bei Pferden verwendet, die unter stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden, Blähneigung oder unruhigem Fressverhalten leiden. In der Praxis findet man Melisse deshalb oft in Beruhigungs- und Magenkräutermischungen; ihr mildes Aroma sorgt zudem für eine sehr gute Akzeptanz. 


    Für die Pflege (äußerliche Anwendung) wird Melisse eher ergänzend genutzt: etwa in Einreibungen oder Umschlägen mit stark verdünntem Melissenauszug/-öl zur Entspannung verspannter Muskulatur oder zur Beruhigung irritierter Hautareale. Bei Pferden kommt das eher punktuell zum Einsatz – der Schwerpunkt liegt klar auf der innerlichen Gabe über das Futter. 


    Verwendete Pflanzenteile, da am wirksamsten, sind hauptsächlich die Blätter, frisch oder getrocknet oder standardisierte Extrakte daraus. Blüten können mitverwendet werden, spielen aber eine kleinere Rolle; Samen oder Wurzel werden kaum genutzt. Die wichtigen Inhaltsstoffe der Melisse erklären ihre sanfte, aber vielseitige Wirkung: Ihre ätherischen Öle, insbesondere Citral, Citronellal, Linalool und Geraniol, sind maßgeblich für den charakteristischen Duft und die nervlich ausgleichenden Effekte verantwortlich. Die enthaltenen Polyphenole und Phenylcarbonsäuren, allen voran die Rosmarinsäure, wirken antioxidativ, entzündungsmodulierend und reizlindernd. Flavonoide und Gerbstoffe unterstützen zudem die Gefäße, Schleimhäute und die Verdauung. Als wirksamer Hauptbestandteil gelten damit klar die Blätter, weil sie die höchste Konzentration an ätherischen Ölen und Rosmarinsäure tragen. Genau diese Kombination macht Melisse so passend für Pferde, bei denen sich Stress über Nerven und Magen-Darm-Trakt gleichzeitig zeigt: Die Öle wirken beruhigend, während die Polyphenole  die Verdauung stabilisieren. 


    Geschichtlich ist Melisse ein echtes Traditionskraut. Schon in der Antike beschrieben Ärzte ihre beruhigenden und magenstärkenden Eigenschaften; im Mittelalter galt sie als Herz- und Nervenmittel und war Teil vieler Klosterrezepturen. Ihr Name leitet sich vom griechischen „mélissa“ = Honigbiene ab – Melisse ist eine ausgeprägte Bienenweide, weshalb Imker sie traditionell in der Nähe der Stöcke pflanzten. Paracelsus nannte Melissentee sinngemäß ein „Lebenselixier“, und bis heute steht die Pflanze in der Volksheilkunde für Ruhe, Klarheit und sanfte Stärkung. 

Ringelblume

Abbildung Ringelblume

Deutscher Name: Ringelblume

Botanischer Name: Calendula officinalis

Pflanzenfamilie: Asteraceae (Korbblütler)

Herkunft/ Ursprung:

Vermutlich stammt die Ringelblume aus dem Mittelmeerraum; sie ist jedoch als Kulturpflanze seit Jahrhunderten in ganz Europa und Westasien verbreitet.

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    Die Ringelblume ist vor allem für ihre hautpflegenden und regenerationsfördernden Eigenschaften bekannt. Ihre Hauptwirkung ist die unterstützende Wundheilung und hautberuhigende Pflege bei oberflächlichen Hautverletzungen und Reizungen. Die Ringelblume ist eine klassische Haut- und Schleimhautpflanze und wird deshalb sowohl innerlich als auch äußerlich vielseitig eingesetzt: 


    In der Fütterung vor allem zur Begleitung von empfindlichem Magen-Darm-Trakt und stoffwechselbedingten Hautthemen – sie gilt als mild entzündungshemmend, reizlindernd und unterstützend für die Regeneration von Schleimhäuten. 


    Äußerlich hat sie ihren festen Platz in der Pflege bei kleinen Wunden, Mauke, Scheuerstellen, Insektenstichen oder generell gereizter Haut, weil Ringelblumen-Zubereitungen die Wundheilung fördern und antimikrobiell sowie entzündungshemmend wirken. 


    In der medizinischen Anwendung kommen fast ausschließlich die Blüten beziehungsweise Blütenblätter zum Einsatz – entweder getrocknet oder als Extrakt/Tinktur. Sie werden innerlich als Tee, Kräuterdroge oder Bestandteil von Futtermischungen genutzt und äußerlich in Form von Salben, Ölauszügen, Waschungen oder Sprays. Blätter und Kraut spielen in der Praxis eine deutlich kleinere Rolle, die wirksamen Inhaltsstoffe sitzen überwiegend in den Blüten. 


    Inhaltlich ist die Ringelblume reich an Triterpenen/Triterpensaponinen, Flavonoiden, Carotinoiden, ätherischem Öl, Schleim- und Polysaccharidstoffen sowie Cumarinen. 

    Als wichtigste wirksame Bestandteile gelten dabei Triterpensaponine und Triterpenalkohole (u. a. Faradiol-Derivate), die Entzündungen bremsen, Gewebeneubildung/Granulation anregen und damit die Wundheilung beschleunigen, Flavonoide, die antioxidativ wirken und zusätzlich entzündungshemmend sowie leicht antimikrobiell sind, und Carotinoide (z. B. Lutein), die die Regeneration von Haut und Schleimhaut unterstützen und oxidativen Stress abpuffern; zusammen erklärt diese Stoffkombination den typischen „Ringelblumen-Effekt“: beruhigend, heilungsfördernd und schützend an Haut und Schleimhäuten – innerlich wie äußerlich.


    Die Ringelblume ist seit dem Mittelalter in Europa als Heil- und Nutzpflanze bekannt; sie wurde in Klostergärten kultiviert und in Salben zur Wundbehandlung sowie zur Hautpflege verwendet. Die Volksmedizin führt sie oft als „Wundkraut“ oder „Gute-Haut-Pflanze“. So wurde sie sowohl beim Menschen als auch bei Tieren bei Hautverletzungen, Entzündungen und als unterstützendes Badezusatzmittel eingesetzt. Diese lange Tradition begründet bis heute ihren Einsatz in modernen, sanften Pflegeprodukten für Pferde, wo sie als bewährter, mild wirkender Pflanzenbestandteil geschätzt wird.

Salbei

Abbildung Salbei

Deutscher Name: Salbei

Botanischer Name: Salvia officinalis

Pflanzenfamilie: Lamiaceae (Lippenblütler)

Herkunft/ Ursprung:

Salbei ist seit der Antike in Kulturen Südeuropas verbreitet und wurde später in ganz Europa in Kräutergärten eingebürgert.



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    Der echte Salbei ist vor allem für seine antiseptischen, adstringierenden und entzündungsmodulierenden Eigenschaften bekannt.


    In der äußeren Anwendung wird er vor allem in Waschlösungen, Umschlägen, verdünnten Tinkturen oder Spülungen genutzt, um gereizte oder leicht entzündete Hautbereiche zu beruhigen, nässende Ekzeme zu trocknen, Schürfwunden oder Scheuerstellen zu reinigen und oberflächliche Pilz- oder bakterielle Belastungen zu reduzieren. Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen, insbesondere an Thujon, Kampfer und Cineol, wirkt dabei antimikrobiell, während Gerbstoffe und Flavonoide die Haut zusammenziehend und reizlindernd beeinflussen.


    Auch innerlich kann Salbei beim Pferd in sehr moderaten Mengen unterstützend eingesetzt werden. Getrocknete Blätter, meist als Bestandteil einer Kräutermischung oder eines warmen Tees, werden traditionell zur Förderung der Verdauung, zur Appetitanregung und zur Unterstützung bei leichten Schleimhautreizungen im Maul- und Rachenraum verwendet. Aufgrund seines Gehalts an ätherischen Ölen sollte die innere Gabe jedoch stets vorsichtig dosiert und zeitlich begrenzt erfolgen, insbesondere bei tragenden Stuten oder Tieren mit empfindlichem Stoffwechsel; in diesen Fällen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker. 


    Für die Fütterung kommen fast ausschließlich die getrockneten Blätter zum Einsatz, während die äußere Anwendung ebenfalls überwiegend auf Blätter und blühende Spitzen zurückgreift, aus denen Ölauszüge, Tinkturen oder wässrige Auszüge gewonnen werden.


    Die Inhaltsstoffe des Salbeis umfassen ätherische Öle, Flavonoide, Phenolsäuren wie die Rosmarinsäure, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Triterpene, die in ihrer Kombination antiseptische, antioxidative und adstringierende Wirkungen entfalten. Die Blätter stellen dabei den wichtigsten und wirksamsten Pflanzenteil dar, da sie die höchste Konzentration an ätherischen Ölen und Gerbstoffen enthalten und sowohl für Pflegeprodukte als auch für innerliche Anwendungen genutzt werden können. 


    Historisch betrachtet spielt Salbei seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle in der Klostermedizin, der Volksheilkunde und auch der traditionellen Tierpflege. Sein Name leitet sich vom lateinischen salvare – „heilen“ – ab und verweist auf seinen lange anerkannten Nutzen. Diese historische Bedeutung, kombiniert mit seinen vielseitigen Eigenschaften, macht Salbei bis heute zu einem geschätzten Bestandteil in der Pferdepflege und in ausgewählten, vorsichtig dosierten Ergänzungen der Fütterung.

Sesam

Abbildung Sesam

Deutscher Name: Sesam

Botanischer Name: Sesamum indicum

Pflanzenfamilie: Pedaliaceae (Sesamgewächse)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich stammt Sesam sehr wahrscheinlich aus dem tropischen bis subtropischen Afrika und dem indischen Raum; heute wird er in vielen warmen Regionen Asiens, Afrikas und Mittelamerikas kultiviert.

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    Sesam ist primär als hochwertige Ölpflanze bekannt. Seine Hauptwirkung liegt in der nährenden, schützenden und regenerationsfördernden Unterstützung von Haut und Gewebe, weshalb Sesam – insbesondere in Form von Sesamöl – sowohl in der Pflege als auch ergänzend in der Fütterung geschätzt wird.


    In der Pflege spielt Sesam beim Pferd eine besonders wichtige Rolle. Das aus den Samen gewonnene Sesamöl wird häufig in Pflegezusätzen, Salben, Ölmischungen oder Einreibungen eingesetzt, um trockene, empfindliche oder stark beanspruchte Haut zu schützen und geschmeidig zu halten. Es stärkt die Hautbarriere, wirkt leicht wärmend und unterstützt die Durchblutung, was die Regeneration fördern kann. Gerade bei Pferden mit Neigung zu trockener Haut, Schuppenbildung oder nach intensiver Belastung durch Witterung, Fellwechsel oder mechanische Reize ist Sesamöl ein bewährter Bestandteil. Darüber hinaus dient es als ideales Trägeröl für ätherische Öle oder Pflanzenextrakte, da es Wirkstoffe gut bindet, gleichmäßig verteilt und gleichzeitig hautschonend wirkt.


    In der Fütterung wird Sesam vor allem in Form der Samen oder des Öls als Energie- und Fettsäurequelle genutzt. Sesam liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren und kann bei Pferden mit erhöhtem Energiebedarf, im Fellwechsel oder zur Unterstützung von Haut und Fell von innen eingesetzt werden. 


    Verwendet werden beim Sesam nahezu ausschließlich die Samen, aus denen das wertvolle Sesamöl gewonnen wird. Blätter, Blüten, Wurzeln oder Rinde spielen in der Pferdeernährung und -pflege keine Rolle. Für Pflegeprodukte ist das kaltgepresste Sesamöl der bevorzugte Rohstoff, während Samen oder Öl in der Fütterung ergänzend eingesetzt werden können.


    Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen hochwertige ungesättigte Fettsäuren (vor allem Linol- und Ölsäure), Lignane wie Sesamin und Sesamol, Phytosterole sowie Vitamin E. Diese Stoffe wirken antioxidativ, zellschützend und tragen zur hohen Stabilität des Öls bei. Ätherische Öle, Bitterstoffe oder Gerbstoffe enthält Sesam nicht in nennenswertem Umfang; seine Stärke liegt klar in der lipidbasierten Pflege- und Schutzwirkung.


    Geschichtlich galt Sesam in vielen Kulturen als Symbol für Kraft, Schutz und Wohlstand. Schon in der Antike wurde Sesamöl nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch für Salbungen, Massagen und medizinische Einreibungen verwendet. Diese lange Tradition als pflegendes und schützendes Öl hat sich bis heute erhalten und macht Sesam zu einem wertvollen Bestandteil moderner Pflegekonzepte – auch in der Pferdepflege.

Spitzwegerich

Abbildung Spitzwegerich

Deutscher Name: Spitzwegerich

Botanischer Name: Plantago lanceolata

Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Spitzwegerich ist in Europa und Westasien heimisch, heute aber in weiten Teilen der gemäßigten Zonen der Welt verbreitet. Er wächst bevorzugt auf Wiesen, Wegrändern und nährstoffärmeren Böden. Für die Phytomedizin wird der Spitzwegeich auf dem Acker kultiviert. 

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    Spitzwegerich ist vor allem als klassisches „Husten- und Wundkraut“ bekannt: Seine Hauptwirkung liegt in der Reizlinderung und Schleimhautberuhigung bei Atemwegsbeschwerden sowie in der wundheilenden, juckreizstillenden Soforthilfe in der äußerlichen Anwendung.


    In der Pflege wird er traditionell bei kleinen Verletzungen, Schürfungen, Insektenstichen oder Hautreizungen eingesetzt – etwa als zerdrücktes Frischblatt direkt auf der Haut, als Umschlag, Salbe oder Tinktur. 


    In der Fütterung dient Spitzwegerich als schleimhautfreundliches Wild- und Wiesenfutter, das besonders bei leichtem Husten, staubbedingtem Atemwegsreiz oder empfindlichem Magen-Darm-Trakt unterstützt; gefüttert wird er frisch oder getrocknet. 


    Verwendet werden hauptsächlich die Blätter – sie sind sowohl für Pflege als auch Fütterung der wichtigste Teil. 

    Für äußere Anwendungen nutzt man bevorzugt frische, junge Blätter (Pflaster, Presssaft), während für die Fütterung frische oder schonend getrocknete Blätter und zarte Triebspitzen geeignet sind. Blütenstände und Samen können ergänzend gefüttert werden, spielen aber in der Pflege eine kleinere Rolle; die Wurzel wird selten genutzt. 


    Zu den wichtigen Inhaltsstoffen zählen vor allem Schleimstoffe (reizlindernd und schützend auf Schleimhäuten), Gerbstoffe (zusammenziehend und wundheilend), Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol (entzündungshemmend und leicht antibakteriell), außerdem Flavonoide, Kieselsäure und Vitamin C. Die wirksamsten Bestandteile stecken im Blatt: Dort konzentrieren sich Schleim- und Gerbstoffe sowie die Iridoide, weshalb das Blatt als Hauptarzneiteil gilt und in fast allen traditionellen Rezepturen die Grundlage bildet.


    Geschichtlich gehört Spitzwegerich zu den ältesten europäischen Heilpflanzen. Schon in der Antike und später in der Klosterheilkunde wurde er als „Wundwegerich“ und „Lungenblatt“ geschätzt – als Pflanze, die „innen wie außen“ heilt. Sein Name verweist auf seine Nähe zum Weg: Er galt als Schutz- und Begleitkraut für Reisende und als verlässliche Erste-Hilfe-Pflanze direkt vor der Haustür. Bis heute ist Spitzwegerich ein typisches Volksheilmittel geblieben – unspektakulär, häufig und gerade deshalb so wertvoll im Alltag für Mensch und Tier.

Süßholzwurzel

Abbildung Süßholz

Deutscher Name: Süßholzwurzel

Botanischer Name: Glycyrrhiza glabra L.

Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler/ Schmetterlingsblütler (Fabaceae)

Herkunft/ Ursprung:

Süßholz ist im Mittelmeerraum sowie in Teilen West- und Zentralasiens heimisch und wird dort seit der Antike kultiviert; heute wird es weltweit in warm-gemäßigten Regionen angebaut.

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    Die Süßholzwurzel ist vor allem als schleimhaut- und magenschützendes Kraut bekannt. Ihre Hauptwirkung liegt in der beruhigenden, entzündungshemmenden und schützenden Unterstützung von Schleimhäuten, insbesondere im Magen-Darm-Trakt und in den Atemwegen. Charakteristisch ist dabei ihre natürliche Süße, die aus speziellen Pflanzeninhaltsstoffen resultiert und sie von klassischen Bitter- oder Aromakräutern unterscheidet.


    In der Fütterung wird Süßholzwurzel beim Pferd gezielt eingesetzt, wenn Magen und Schleimhäute Unterstützung benötigen. Sie ist ein bewährter Bestandteil von Kräutermischungen für Pferde mit empfindlichem Magen, Reizungen der Magenschleimhaut oder Neigung zu Magengeschwüren. Die Wurzel kann dazu beitragen, den Magen zu beruhigen, überschüssige Säure abzumildern und die Regeneration der Schleimhaut zu fördern. Auch bei Husten oder gereizten Atemwegen wird Süßholzwurzel innerlich genutzt, da sie den Schleim löst und die Schleimhäute befeuchtet. 


    In der Pflege findet Süßholzwurzel ergänzend Anwendung, vor allem in äußeren Zubereitungen wie Umschlägen oder Salben zur Beruhigung empfindlicher oder gereizter Haut. Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie interessant für Pflegeprodukte, die auf Ausgleich und Schutz der Haut abzielen. In der Praxis steht jedoch die innere Anwendung klar im Vordergrund, während äußere Pflegeanwendungen eine begleitende Rolle spielen. 


    Genutzt wird fast ausschließlich die Wurzel bzw. das Rhizom. Für Pflegezwecke wird die Pflanze meist getrocknet und als Teeabkochung, Tinktur oder Extrakt eingesetzt. Zur Fütterung dient sie ebenfalls in getrockneter Form, geschnitten oder fein vermahlen, häufig als Bestandteil von Mischungen.

     Andere Pflanzenteile spielen praktisch keine Rolle. Zu den wichtigen Inhaltsstoffen gehören vor allem Saponine (insbesondere Glycyrrhizin/Glycyrrhizinsäure), dazu Flavonoide, Schleimstoffe und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. 


    Traditionell hat Süßholzwurzel einen großen kulturgeschichtlichen Rang: Schon in der ägyptischen, griechisch-römischen, indischen und chinesischen Heilkunde wurde sie als auswurfförderndes Hustenmittel und „Magenfreund“ genutzt. Sie galt als harmonisierende Pflanze, die Mischungen „abrundet“ und die Kräfte des Körpers schont – daher ist sie bis heute eine Leitpflanze vieler Rezepturen. Beachtet werden sollte, dass durch den Glycyrrhizin-Effekt  eine längere oder hohe Anwendung zu Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Kaliummangel führen kann; deshalb sollte Süßholzwurzel eher kurweise und dosiert gegeben werden.

Thymian

Abbildung Thymian

Deutscher Name: Thymian

Botanischer Name: Thymus vulgaris

Pflanzenfamilie: Lamiaceae (Lippenblütler)

Herkunft/ Ursprung:

Der Ursprung von Thymian liegt im westlichen Mittelmeerraum, wo er auf trockenen, sonnigen Hängen heimisch ist; heute wird Thymian in ganz Europa sowie in vielen gemäßigten Regionen weltweit kultiviert.



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    Der Thymian ist primär als Kraut für die Atemwege bekannt. Seine Hauptwirkung liegt in der schleimlösenden, krampflösenden und antibakteriellen Unterstützung der Bronchien, ergänzt durch eine mild verdauungsfördernde Wirkung. Seine warm-aromatische, durchdringende Kraft wird außerdem traditionell genutzt, um Abwehr und Vitalität zu stärken. 


    In der Fütterung wird Thymian beim Pferd vor allem zur Unterstützung der Atemwege eingesetzt. Er eignet sich bei Husten, zähem Schleim, gereizten Bronchien oder in Phasen erhöhter Staubbelastung. Die ätherischen Öle fördern das Abhusten, wirken keimhemmend und können die Atmung erleichtern. Besonders in der Übergangszeit, im Winter oder bei wetterbedingter Reizung der Atemwege ist Thymian ein bewährter Bestandteil von Kräutermischungen für Pferde. Darüber hinaus kann er die Verdauung sanft anregen, Blähungen entgegenwirken und den Appetit unterstützen, weshalb er in kleinen Mengen auch in Stoffwechsel- und Verdauungsprodukten Verwendung findet. Aufgrund seines intensiven Aromas wird Thymian in Kräutermischungen meist moderat dosiert und mit milderen Kräutern kombiniert.


    In der Pflege wird Thymian vor allem wegen seines ätherischen Öls eingesetzt, das stark keimhemmend und leicht durchblutungsfördernd wirkt. Dadurch eignet sich Thymian besonders für Pflegeprodukte, die bei mikrobiell belasteter oder stark beanspruchter Haut unterstützend eingesetzt werden sollen. Das Öl kann das Hautmilieu stabilisieren und das Wachstum unerwünschter Keime hemmen. Ergänzend wird Thymian auch in Form von Waschungen oder Auszügen genutzt, um die Haut nach äußerer Belastung zu beruhigen und zu begleiten – etwa wenn sie zu Irritationen neigt oder durch Witterung, Reibung oder andere Einflüsse strapaziert wurde.

    Da Thymianöl sehr intensiv ist und bei empfindlichen Pferden reizend wirken kann, wird es in Pflegeprodukten grundsätzlich stark verdünnt eingesetzt und häufig mit hautberuhigenden Komponenten kombiniert. In der richtigen Dosierung ist es ein wertvoller Wirkstoff in funktionellen Pflegeprodukten, die auf Reinigung, Aktivierung und die Unterstützung der natürlichen Hautfunktionen abzielen, ohne die Haut unnötig zu belasten.


    Verwendet wird beim Thymian hauptsächlich das Kraut, bestehend aus Blättern und blühenden Triebspitzen. Diese Pflanzenteile enthalten die höchste Konzentration an wirksamen Inhaltsstoffen und sind sowohl für die Fütterung als auch für Pflegeauszüge geeignet. Blüten sind dabei eingeschlossen und tragen zum Wirkstoffprofil bei. 


    Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen die ätherischen Öle, insbesondere Thymol und Carvacrol, die für die keimhemmende, schleimlösende und krampflösende Wirkung verantwortlich sind. Daneben enthält Thymian Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe und phenolische Verbindungen, die entzündungshemmend wirken und die Verdauung unterstützen. Diese Kombination erklärt, warum Thymian sowohl auf die Atemwege, die Haut als auch auf den Magen-Darm-Trakt Einfluss nehmen kann.


    Geschichtlich ist Thymian ein echtes Traditionskraut. Schon die alten Ägypter nutzten ihn zum Räuchern und zur Konservierung, die Griechen und Römer als Heil- und Gewürzpflanze für Atemwege, Verdauung und Mutstärkung. Im Mittelalter war Thymian ein fester Bestandteil klösterlicher Kräuterkunde und galt als Schutzpflanze gegen „Verderbnis“ und Infektionen. Diese traditionelle Bedeutung reicht bis heute: Thymian steht sinnbildlich für Reinigung, Stärkung und das Freiwerden des Atems – ein kleines, zähes Kraut mit großer Wirkung.

Zitronengras

Abbildung  Zitronengras

Deutscher Name: Zitronengras

Botanischer Name: Cymbopogon citratus

Pflanzenfamilie: Poaceae (Süßgräser)

Herkunft/ Ursprung:

Ursprünglich stammt Zitronengras aus Süd- und Südostasien, besonders aus Indien, Sri Lanka und dem malaiischen Raum; heute wird es in vielen tropischen und subtropischen Regionen kultiviert.

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    Zitronengras ist primär bekannt für seine stark erfrischende, keimhemmende und verdauungsunterstützende Wirkung, kombiniert mit einer stimmungsaufhellenden, klärenden Aromatik. Bei den Einsatzbereichen ist klar zwischen Pflege und Fütterung zu unterscheiden. 


    In der Pflege wird Zitronengras vor allem über das ätherische Öl und Auszüge eingesetzt. Verdünnt in Trägeröl eignet es sich als belebendes Einreibungs- oder Massageöl, zum Beispiel für müde Muskulatur, zur Aktivierung der Hautdurchblutung oder als klärender Bestandteil in der Pflege. In Salben oder Sprays wird es wegen seiner hygienisierenden Eigenschaften gern bei unreiner oder strapazierter Haut genutzt. 


    In der Fütterung nutzt man Zitronengras als frisches oder getrocknetes Kraut bzw. als Tee, vor allem zur Unterstützung der Verdauung, bei Völlegefühl, Blähungen oder als appetitanregende, mild entkrampfende Ergänzung. Verwendet werden vor allem die Blätter und Stängel.

     

    Zu den wichtigen Inhaltsstoffen zählen besonders ätherische Öle (mit Citral als Leitstoff, bestehend aus Geranial und Neral), dazu Geraniol, Limonen, Myrcen sowie Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Diese Stoffgruppen erklären seine Wirkung: Citral und Geraniol wirken deutlich antimikrobiell und deodorierend, Flavonoide unterstützen Entzündungsregulation, und die Gesamtheit der Aromastoffe wirkt anregend, klärend und konzentrationsfördernd.

    Die wirksamen Bestandteile sitzen damit vor allem im ätherischen Öl der Blätter, weshalb dieser Pflanzenteil am häufigsten verwendet wird. In der Pflege reicht meist schon eine sehr niedrige Dosierung im Trägeröl, um die frische, „reinigende“ und belebende Qualität zu entfalten. Gleichzeitig ist Zitronengrasöl relativ intensiv und kann bei empfindlicher Haut reizen – es sollte daher stets gut verdünnt und vorsichtig eingesetzt werden, besonders bei sensiblen Tieren.


    Geschichtlich und traditionell ist Zitronengras vor allem als Küchen- und Heilpflanze der süd- und südostasiatischen Kulturen verankert. In der traditionellen indischen und sri-lankischen Pflanzenkunde wurde es als verdauungsförderndes, fiebersenkendes und reinigendes Kraut genutzt; in Thailand und Indonesien ist es bis heute ein Grundpfeiler der Ernährung wie auch der Hausmedizin. Sein Duft galt vielerorts als klärend und schützend, weshalb Zitronengras sowohl für Körperanwendungen als auch zur Reinigung von Räumen und Umgebung eingesetzt wurde. Diese traditionelle Bedeutung trägt es bis heute: Zitronengras steht für Frische, Reinigung, leichte Beweglichkeit und wache, klare Sinne.


Du hast noch weitere Fragen bezüglich der Wirkung von Kräutern oder bist Dir unsicher, welches Kräuterprodukt am besten zu Dir und Deinem Pferd passt? Dann schau doch gerne bei unsere individuellen Beratung vorbei. Egal ob telefonisch oder schriftlich wir unterstützen Dich gerne - unverbindlich und kostenfrei.



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