Kräuter in der Pferdefütterung – was steckt dahinter?
Zusammenfassung des Artikels
Kräuter und Heilpflanzen sind eine wertvolle Ergänzung in der Pferdefütterung und unterstützen die Gesundheit von Pferden auf natürliche Weise. Die Phytotherapie nutzt dabei die komplexe Multi Target Wirkung sekundärer Pflanzenstoffe, die antimikrobiell, sekretlösend oder reizlindernd wirken können. Hochwertige Kräuter – idealerweise in Arzneibuchqualität – bieten eine gute Verträglichkeit und eignen sich besonders für präventive Maßnahmen sowie die Begleitung chronischer Prozesse. Gleichzeitig erfordern bestimmte Inhaltsstoffe wie Alkaloide fachkundige Anwendung, um Risiken zu vermeiden. Insgesamt tragen Kräuter durch ihre Synergieeffekte, Vielfalt und Akzeptanz bei Pferden wesentlich zu einer sicheren und effektiven Fütterung bei.
Der Einsatz von Kräutern und Heilpflanzen besitzt in der Pferdehaltung und -fütterung eine jahrhundertelange Tradition. Sie werden verwendet, um die physiologischen Funktionen des Organismus zu unterstützen, präventive Effekte zu erzielen und chronische Erkrankungsprozesse positiv zu begleiten. Dabei können Kräuter unter anderem die Funktion von Organen wie Lunge, Magen, Nieren und Leber fördern und unterstützen.
Das erwartet dich in diesem Artikel:
- Was ist Phytotherapie?
- Wo liegt der Unterschied zur Medizin?
- Was sind Sekundäre Pflanzenstoffe?
- Welche Rolle spielt die Qualität der Kräuter in der Pferdefütterung?
- Warum sind Kräuter in der Pferdefütterung so wertvoll?
- Was muss ich beim Einsatz von Kräutern in der Pferdefütterung beachten?

Was ist Phytotherapie?
Phytotherapie bezeichnet die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenteilen zur Erhaltung der Gesundheit und Unterstützung physiologischer Körperfunktionen. Ihre Anwendung reicht viele Jahrhunderte zurück. Schon früh wurden Heilkräuter und ihr Einsatz bei Rindern und Pferden beschrieben.
Die wesentlichen Vorteile der Phytotherapie:
- Unerwünschte Nebenwirkungen treten im Vergleich zu synthetischen Arzneimitteln deutlich seltener auf.
- Kräuter eignen sich daher besonders gut für den präventiven Einsatz und zur Begleitung chronischer Erkrankungen.
- Pflanzliche Arzneimittel unterliegen den gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und gesundheitlicher Unbedenklichkeit.
Wo liegt der Unterschied zwischen Kräutern und synthetischen Arzneimitteln?
Arzneipflanzen enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher chemischer Substanzen. Diese entfalten ihre Wirkung nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel (Multi-Target-Wirkung). Synthetische Arzneimittel hingegen basieren in der Regel auf einem einzelnen Wirkstoff (Mono-Target Wirkung). Diese Mono-Target Wirkung lässt sich durch Arzneipflanzen nicht ersetzen.
- Kräuter bieten aufgrund ihrer komplexen Zusammensetzung wertvolle präventive Möglichkeiten.
- Kräuter sind in der Regel besser verträglich und weisen weniger Nebenwirkungen auf.
Was sind sekundäre Pflanzenstoffe und warum sind sie so wichtig?
Sekundäre Pflanzenstoffe machen Pflanzen wertvoll und wirksam. Sie dienen der Pflanze unter anderem zum Schutz vor Fraßfeinden aber auch vor Mikroorganismen. In der Therapie können vor allem drei wichtige Eigenschaften von Nutzen sein:
Sekundäre Pflanzenstoffe können
…antimikrobiell
….sekretlösend
….oder reizlindernd
wirken
Zu den sekundären Pflanzenstoffe zählen beispielsweise:
- Alkaloide (z. B. in Tollkirsche oder Herbstzeitlose)
- Ätherische Öle, die den typischen Pflanzenduft erzeugen (z. B. Kümmel, Salbei)
- Bitterstoffe (z. B. im Wermutkraut)
- Öle
- Scharfstoffe
Welche Rolle spielt die Qualität der Kräuter in der Pferdefütterung?
Qualitativ weniger hochwertige Kräuter können mit Pestiziden oder Schwermetallen belastet sein. Besonders empfehlenswert sind Kräuter in Arzneibuchqualität. Diese orientieren sich am Europäischen Arzneibuch, müssen definierte Gehalte sekundärer Pflanzenstoffe aufweisen und werden auf Schadstoffe untersucht.
Warum sind Kräuter in der Pferdefütterung so wertvoll?
Kräuter werden von den meisten Pferden in der Fütterung gut akzeptiert. Sie unterscheiden sich deutlich von klassischen Medikamenten, da sie ein breites Inhaltsstoffspektrum aufweisen und dadurch einen wichtigen Effekt in der Pferdefütterung erzeugen:
- Die einzelnen Bestandteile können sich gegenseitig ergänzen, verstärken und einen sogenannten „synergetischer Effekt“ erzeugen.
- Beispielsweise wird die Wirkung von Curcumin aus Gelbwurz (Kurkuma), durch die Kombination mit Pfeffer deutlich gesteigert. Diese Synergie kann dazu beitragen, die notwendige Dosierung zu reduzieren.
Was muss ich beim Einsatz von Kräutern in der Pferdefütterung beachten?
- Die Therapie mit Kräutern ist nicht grundsätzlich unbedenklich.
- Zwar fallen Nebenwirkungen im Vergleich zu konventionellen Arzneimitteln meist milder aus, dennoch existieren auch pflanzliche Stoffe, die erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt gefüttert werden sollten (sogenannte Kontraindikationen).
- Einige Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Alkaloide, können unerwünschte Wirkungen entfalten, da sie unter anderem die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
- Kräuter können in der Pferdefütterung eine wertvolle Ergänzung darstellen.
- Ihre komplexe Zusammensetzung, gute Verträglichkeit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten machen sie für präventive und begleitende Maßnahmen interessant.
- Voraussetzung für einen sicheren und effektiven Einsatz in der Fütterung sind eine hohe Qualität der Kräuter sowie fundiertes Fachwissen über Wirkstoffe und mögliche Kontraindikationen.
Tierärztin Dr. med. vet. Elena Feltl
Juli 2026, ©Bergsiegel Produktions- und Handels GmbH
HERB CARE BRONCHO
Quellen:
- Brendieck-Worm C, Melzig M, Hrsg. Phytotherapie in der Tiermedizin. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021
- Ulrich-Merzenich G. Methoden zur Bestimmung von Synergie-Effekten in Labor und Klinik
- Nowack R. Pflanzliche Sekundärstoffe: Ethnobotanische Überlegungen zu ihrer Bedeutung für die menschliche Ernährung und die Medizin




